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Mittwoch, 11. Februar 2015

Strickpullover für Pinguine lassen Hipster-Herzen höher schlagen





















Die australische Phillip Island Penguin Foundation kann sich seit längerem vor selbstgestrickten Mäntelchen kaum retten: Denn entzückte Knitting Fans und Hipster rund um den Erdball stricken für sie was das Zeug hält. Nach einem Aufruf der Pflegestation, kleine Pullover und Mäntelchen für verwaiste Zwergpinguine einzusenden, kannte die Strickgemeinde kein Halten mehr. Dabei haben die schmucken Einsendungen natürlich keinen modischen Zweck: Durch Öl verklebte und verfilzte Federn sind nicht nur hochgiftig für die Pinguine, sie werden auch wasserdurchlässig. Dadurch kühlen die kleinen Tiere extrem aus, die Federn werden schwer und die Tiere sterben an Unterkühlung und Entkräftung. Werden verölte Pinguine in die Station gebracht, wärmen die kleinen Pullover die Tiere und halten sie davon ab, das Öl zu verschlucken, bis sie schließlich komplett gereinigt wurden. Naja, und niedlich sieht´s halt auch noch aus. Aber falls bei euch jetzt auch schon die Strickliesel glühen sollte müssen wir euch enttäuschen: die Penguin Foundation bedankt sich herzlichst für alle Einsendungen. Aber Pullover haben sie nun wirklich mehr als genug.

Fotocredits: PenguinFoundation.org.au











Mittwoch, 15. Oktober 2014

Nordstadt-Bohème: Last Junkies im Gespräch mit Steffen Korthals

Nach den überwältigenden Reaktionen auf unsere letzten Post mit Bezug zur Dortmunder Nordstadt haben wir uns mit Steffen Korthals für den Stadtanzeiger / Lokalkompass auf ein Gespräch getroffen.



Hier geht es zum Online-Artikel.
Vielen Dank Steffen / DJ Dash für das inspirierende Gespräch.


Sonntag, 21. September 2014

Brennpunkt Dortmund: Wie gefährlich ist die Nordstadt wirklich?


Friends! LAST JUNKIES ON EARTH.COM has moved to a new server! 

If you have reached this side here instead, it´s because your browser found www.lastjunkiesonearth.blogspot.de. Right?

Please make sure to find us under www.lastjunkiesonearth.com , which is our ONLY webadress from now on.

Why is this?
This answer is easy. Our blog was hosted on blogger.com which is a part Google. From 23th march 2015 on, blogger.com does not allow any nudistic or pornografic content on their servers any more. Even we don´t have any pornografic content on LAST JUNKIES, we always wanna keep the option we COULD have some if we like.

2. We decided to host our content on our OWN server which is in Berlin now. We don´t wanna host all our content an a Google server somewhere out there in the world. If blogger.com decides to stop the service, we would be fucked.

So please visit our brandnew & updated webpage here: http://www.lastjunkiesonearth.com

CU

Bjoern & LJOE
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Gettoisierung durch ärmste Zuwanderer aus Bulgariens härtestem Stadtteil: Stolipinowo. Drogenhandel. Illegale Prostitution. Horror-Häuser, Matratzenlager. Säufer und Junks, die wie Zombies durch die Straßen wandeln. Naja, denke ich, irgendwo muss der ganze Scheiß ja nun mal stattfinden. Wir sind ja auch in einer Großstadt im Ruhrgebiet und so langweilig und rund es im Süden Dortmunds läuft, so knallig, rau und wild zeigt der Norden seine Kanten. Also Hand aufs Herz: Wie gefährlich ist denn nun diese berüchtigte Nordstadt, die es im Frühjahr 2014 sogar bis in die Seiten der New York Times geschafft hat?

Nehmen wir die Brille des Schreckens einen Augenblick lang ab: Die oben genannten Ressentiments entspringen keiner realen Angst. Es ist eine klassich-imaginäre Angst vor dem Unbekannten. Denn wer Gartenzwerg-Romantik gewohnt ist, wird sich in den vollen Straßen der Nordstadt gleichwohl einsam fühlen. Das gleiche Gefühl wird euch allerdings auch beschleichen, wenn ihr zum ersten Mal die Vororte New Yorks erkundet, ebenso wie Los Angeles, Rio de Janeiro oder Kapstadt. Und wer mit einer derart negativen Erwartungshaltung durch die Nordstadt fährt, wie einige Dortmunder dies zur Zeit tun, der wird auch jedes seiner Vorurteile hier voll bestätigt finden. Aber macht mal einen Punkt. Wir reden hier über paar wenige Straßenzüge mit weniger als 400 Metern Gesamtlänge, die noch nicht einmal annähernd eurem dystopischen Bild entsprechen. Bei 14,5 Quadratkilometern Nordstadt von einer "allgemeinen No Go Area" zu sprechen, wie es einige von euch gerne tun, ist echt hirnrissig. 


Ich durchstreife täglich diese problematischsten Straßenzüge, bei Tag und in tiefer Nacht. Angst habe ich nie. Wovor denn auch? Ein paar Säufer wollen saufen, ein paar Dealer wollen dealen. Ich will hier nur den besten Falafel der Stadt essen, da kommt man sich nicht in die Quere. An manchen Tagen kann es mal nerven, aber so ist das halt an Plätzen, an denen sich viele Menschen und Ethnien reiben. Und wer hier lebt, besitzt eh gesundes Ellenbogendenken. Wer aber schon einmal das bunte Straßenfest in der Münsterstraße erlebt hat, der wird beim Fassanstich auf Straßenfesten im Süden Dortmunds das kalte Kotzen kriegen. "Geh mal Bier holen, du wirst schon wieder hässlich!", dröhnte es da letztens aus den Boxen, als der Bezirksbürgermeister das Straßenfest im Kreuzviertel eröffnete. Ganz ehrlich? Da bekomme ich Angst. 


Genau das sehen zum Glück auch viele andere so: Nicht umsonst ist die Nordstadt Dortmunds Kreativviertel Nummer Eins und neben all den Zombies auch ein Sammelpunkt für Schriftsteller, Journalisten und Studenten. Junge Künstler finden hier günstige Ateliers oder transformieren im Handumdrehen eine ehemalige Alki-Kneipe in einen Club um, der mit Liveshows, Lesungen und fetten Hip Hop Parties immer aus allen Nähten platzt. Das Hafenviertel, mit den alternativen Anlaufstellen Subrosa, Sissikingkong, Rekorder und dem Gitarrenshop samt Kaffeebar Rockaway Beat, ist mittlerweile schon so hip geworden, dass man an lauen Abenden den Eindruck hat, man sitze in Berlin Kreuzberg herum. Hier wird die Gentrifizierung als nächstes zuschlagen. Richtung Nordmarkt leuchtet allabendlich der Salon FINK mit seiner urgemütlichen Gastro, seinen Konzerten und guten Parties und das Roxy Kino, Nordpol, Langer August oder das Spitzenrestaurant Jankas leisten beste Gesellschaft. So viele Konzerte, Lesungen, Poetry Jams und DJ Sets wie diese handvoll Locations in der Nordstadt gemeinsam auf die Beine stellen, gibt es im gesamten Dortmunder Süden nirgends. Vom Hafen bis zum Borsigplatz tummelt sich von Gallerie über Nordstadt-Theater bis Kreativkaufhaus alles durcheinander, also WHAT THE FUCK? No Go Area? So einen Blödsinn muss man erst einmal verzapfen. Wieso sich so viele Menschen vor dem pulsierendsten Stadtteil Dortmunds verschließen wird mir immer ein Rätsel bleiben. 



Mit viel Initiative der tOnbande zum Leben erweckt: Der Rekorder in der Gneisenaustraße

Die Nordstadt hat krasse Probleme, keine Frage. Angst und Schrecken erzeugende Titel wie "Alarm im Getto Dortmund-Nord", wie Hendrik Ankenbrand letztes Jahr in der FAZ titelte, sind für uns Dortmunder aber auch keine Lösung, wenn auch ein politisches Wachrütteln. Da ist das Engagement der Nordstadtblogger, einem Verbund freier Journalisten, die positiv wie kritisch direkt aus dem Kiez bloggen, schon wesentlich angenehmer und vor allem wichtiger. Gegen Heroinspritzen auf Kinderspielplätzen, illegale Prostitution, Schlepperbanden und Arbeiterstrich hilft kein Rumgejammer und "No Go Area" Geschrei. So etwas in den Griff zu bekommen ist harte Vor-Ort-Arbeit und muss zudem von höchster EU Ebene finanziell unterstützt werden, die mit der positiven Idee einer Osterweiterung einen erheblichen Teil dieses Problems verursacht hat. Dies geschieht aktuell durch Initiativen wie "Echt Nordstadt", die an einer Stärkung der Identität des Stadtteils arbeiten.


Ihr solltet aber nicht darauf warten, bis andere für euch sauber gemacht haben. Denn dann habt ihr garantiert die Party verpasst. Von einem Angstviertel sind wir nämlich weit entfernt, da bin ich schon durch weitaus schlimmere Gegenden gezogen. Man wird halt einfach etwas bodenständiger, wenn man hier schlendert. Das Leben in der Nordstadt kann aufreibend sein und hält dich garantiert wach. Menschen wie ich erleben es als erfrischendes Peeling, andere scheitern daran. Nirgendwo in Dortmund liegen Aufleben und Frustration, Ekstase und totale Erschöpfung, Würde und Pietätlosigkeit so nah beieinander wie hier. Und desto öfter ich hier bin, werde ich das Gefühl nicht los, dies ist der einzige Ort in der Stadt, der überhaupt irgendwie lebt. 



Von Indie über Folk bis Hip Hop gibt es alles in der Nordstadt.
Foto: Go!Zilla im Rekorder via Bierschinken.net
Bar, Live-Konzerte, Parties, Lesungen & tolle Gastro:
Der Salon FINK auf dem Nordmarkt Foto: LJOE


Die magische Nord / Süd Grenze bei Nacht:
Blick aus der Nordstadt in Richtung U-Turm
Foto: DW-Fotografie

Update: Nach den überwältigenden Reaktionen auf diesen Artikel haben wir uns mit Steffen Korthals für den Stadtanzeiger / Lokalkompass auf ein Gespräch getroffen. 
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Montag, 11. August 2014

I like your style #1: GASER


Graffiti mural & street artist GASER is from Amposta, España.

GASER is highly specialized in mural paintings, illustration, design, advertising and decoration. We collected some of his most famous works for you.


All photos (c) Gasic Painter (http://www.gasicpainter.com

via GASER Facebook & via Fatcap (http://www.fatcap.com)









FOHAM & GASER
GASER & DATER
GASER & LEIM
GASER & LEIM










Sonntag, 29. Juni 2014

We Trust Festival in der Rotunde Bochum
Nerd, nerdiger, supergut.


8bit Gameboy Musiker, Streetart und Graffiti zum Anfassen, eine Retro Game Lounge voll mit nostalgischen Spielkonsolen und flimmernden Röhrenfernsehern. Dazu wechselnde DJ Styles, Turntablism, Kurzfilme, Lesung, Konzerte, Carrera Bahn Tunier und eine Tetris Meisterschaft. Was das erste WE TRUST Festival vergangenes Wochenende in der Bochumer Rotunde auf die Beine gestellt hat, steht ähnlichen Szene-Events in Brooklyn um nichts nach. Und so floaten wir wie der Rest der Besucher durch die Räume der Rotunde und lassen uns treiben von dieser Einzigartigkeit, gleichwohl bewusst, dass alle Ruhrgebietler dieses wunderbare Festival doch sehen müssten und es dann doch nicht mehr das Gleiche wäre. 




Chiptuner am Werk:
Melted Moon
Tag drei des Festivals. Im Hintergrund nuschelt ein Gamer Geheimtricks in sein Headmikrophon, während er einen Speedrun absolviert. "Exe" ist sein Name und Exe ist Weltmeister darin, Videospiele in wenigen Minuten durchzuspielen. Man schaut ihm gelassen zu oder lässt sich die Haare schneiden, es gibt ja sonst nicht viel zu tun. Die Streetart Künstler malen ihre Werke, ARTUR FAST ist hier, KILL THE DINOSAUR! und DZIA KRANK aus Belgien, 1/2 KALAGRAFHIK und STREET ART SHIT aus Hannover sowie STEFANIE LEVERS und das Kollektiv KNALLICH aus Münster. Die Stimmung ist nerdig und gelassen, als die ersten Chiptune Künstler mit Amiga 500 und Gameboy Sounds die Haupthalle mit crunchigen Beats fluten. Das ist nicht Bochum, kann es gar nicht sein, denkt man und floatet langsam zum nächsten Dancefloor, auf dem wahlweise Electro a la Skrillex und Kill the Noise oder feinste Hip Hop Beats von MAX GYVER und COOLMANN (5SterneDeluxe) geboten werden. 
Die Besucherzahl ist übersichtlich, aber das macht uns persönlich gar nichts. Morgen gibt´s noch einen Rapslam, eine Versteigerung der Werke und eine Tetrismeisterschaft. Das komplette 4 Tage Programm des WE TRUST Festivals gab es übrigens für schlappe 20 Euro. Was die Veranstalter WechelStromNomaden und Trust in Wax dafür alles auf die Beine gestellt haben, sucht seinesgleichen und mit der Wahl der Rotunde als Location haben sie alles richtig gemacht. Chapeau!












Montag, 7. April 2014

Formenhattan - 85 Quadratkilometer und wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten

85 Quadratkilometer und wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Auf ihrem Tumblr Blog Formenhattan begeistert uns Autorin und Fotografin Denise Leichter seit einem knappen Vierteljahr mit einer eindrucksvollen Fotoserie: Manhattan, im Herzen New Yorks und mit seinen 1,6 Millionen Einwohnern eine der am dichtesten bevölkerten Inseln der Welt und Formentera, mit knappen 10.000 Einwohnern die zweitkleinste bewohnte Insel der Balearen und bekannt als Rückzugsort, Kleinod und letztes Paradies im Mittelmeer - Denise Leichter kennt beide zu gut und begeistert seit Anfang 2014 mit ihren kontrastreichen Vergleichen die Netzgemeinde. Beide Orte fesseln ihre Bewohner und Besucher durch ihre Einzigartigkeit und ihre Entwicklung könnte unterschiedlicher nicht sein. Und doch gehören sie irgendwie zusammen: Nicht umsonst pendeln einige Faszinierte schon seit Jahren zwischen beiden Orten wie trunken hin und her. Denise Leichter hat diese magnetische Wirkung beider Orte, die fast exakt die gleiche Fläche haben, schon früh erkannt und bringt sie nun in ihrer Fotoserie perfekt zu Bilde. 

all images (c) Denise Leichter  http://formenhattan.com/



(click to enlarge)






















Montag, 13. Januar 2014

Dortmunds Senioren schaukeln sich auf Abrissbirne ins Museum am Ostwall

We´re not in Florida anymore, Toto!
Dortmund wird Seniorenparadies
Nicht nur Miley Cyrus schaukelt sich dieser Tage in die Lächerlichkeit. Nun können auch Dortmunds Senioren auf die Macht der Abrissbirne hoffen.
Das ist wahrlich ein Skandal. Hat Dortmunds Innenstadt nicht schon genug gelitten? Nun will der Rat der Stadt auch noch eines der letzten Bauten des „alten“ Dortmund abreißen lassen, um es Investoren zu überlassen: Das voll intakte Museum am Ostwall soll abgerissen werden. Entstehen könnte dort ein weiteres Altenheim. Oder ähnliches. Die Dortmunder Innenstadt verkommt langsam aber sicher zu einer gigantischen "Senioren Residenz Stadt". Entsteht nicht an jeder Ecke bereits so ein Ding? Die Utopie einer CTC, Corega Tabs Capital, in Dortmund wird sie gefährliche Realität.

Muss nun wirklich noch das  Oberbergamt (erbaut 1875, heute das ehemalige Museum am Ostwall), eines der wenigen historischen Gebäude, die Dortmund geblieben sind weichen, um kurzfristig ein wenig Geld in die Kassen der Stadt zu spülen. Verkauft wird hier ein Stück Inventar, dass wir niemals zurück bekommen. Natürlich macht das ehemalige Museum von Außen nicht viel her, doch auch hierfür gab es Gründe, das Gebäude bewusst schlicht zu kleiden. Doch jeder von uns, der schon einmal im Innern des Hauses war, wird sich an den fantastischen Lichthof erinnern, in dem so manche gute Kulturveranstaltung stattfand. Oder an die vielen wundervollen Bilder der Ausstellungen, die wir in dem Museum betrachten konnten. Das Museum wurde in den U-Turm assimiliert und viele sagen zu Recht, dass es damit seinen eigenen Charakter verloren hat. 

Zum Glück aber, gibt es viele Dortmunder, die einen Abriss ablehnen. Viele Prominente der Stadt haben eine Petition ins Leben gerufen, um den Ratsbeschluss zu stoppen. Fünftausend Unterschriften wurden benötigt und mehr sind zusammengekommen. Noch bis zum 26. Januar 2014 ist in den Räumlichkeiten des ehemaligen Museum am Ostwall eine Ausstellung des Architekten Gerber (U-Turm) zu sehen. Möglichkeiten, um seine Unterschrift für den Erhalt dieses einmaligen Stück Geschichte abzugeben, wird es dort mit Sicherheit noch geben. Das Gebäude zu erhalten, bringt langfristig viel mehr Geld und bewahrt den Charakter unserer Stadt. Was wollen wir: Glatt verputze Altenheime an jeder Ecke, in Billig-Bauweise und nicht Nachhaltig oder Tradition und Geschichte für Gegenwart und Zukunft erhalten?

via