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Mittwoch, 11. Februar 2015

Strickpullover für Pinguine lassen Hipster-Herzen höher schlagen





















Die australische Phillip Island Penguin Foundation kann sich seit längerem vor selbstgestrickten Mäntelchen kaum retten: Denn entzückte Knitting Fans und Hipster rund um den Erdball stricken für sie was das Zeug hält. Nach einem Aufruf der Pflegestation, kleine Pullover und Mäntelchen für verwaiste Zwergpinguine einzusenden, kannte die Strickgemeinde kein Halten mehr. Dabei haben die schmucken Einsendungen natürlich keinen modischen Zweck: Durch Öl verklebte und verfilzte Federn sind nicht nur hochgiftig für die Pinguine, sie werden auch wasserdurchlässig. Dadurch kühlen die kleinen Tiere extrem aus, die Federn werden schwer und die Tiere sterben an Unterkühlung und Entkräftung. Werden verölte Pinguine in die Station gebracht, wärmen die kleinen Pullover die Tiere und halten sie davon ab, das Öl zu verschlucken, bis sie schließlich komplett gereinigt wurden. Naja, und niedlich sieht´s halt auch noch aus. Aber falls bei euch jetzt auch schon die Strickliesel glühen sollte müssen wir euch enttäuschen: die Penguin Foundation bedankt sich herzlichst für alle Einsendungen. Aber Pullover haben sie nun wirklich mehr als genug.

Fotocredits: PenguinFoundation.org.au











Montag, 17. November 2014

THE GREAT DEMOCRACY SHOW:
Parcours durch einen Überwachungsstaat im Depot Dortmund

Vier Entertainer begießen nach einer grotesken Darbietung ihren Erfolg. Man ist stolz, Teil einer humanistisch orientierten Gesellschaftsstruktur zu sein, doch plötzlich der Schock: Der Regisseur ist verschwunden und das Publikum bleibt einfach sitzen. Ab diesem Augenblick ist nichts mehr wie es scheint und die neueste Produktion des Theaterkollektivs Sir Gabriel Dellmann nimmt die Zuschauer mit auf eine immer tiefer in die Risse dieser Gesellschaft eintauchende Reise bis hin zur völligen Dekonstruktion unserer eigentlich perfekt scheinenden Welt.

Regisseur Björn Gabriel, Theaterfreunden bekannt als Darsteller aus dem Schauspielhaus Dortmund, und sein Kollektiv beschäftigen sich in THE GREAT DEMOCRACY SHOW mit den aktuellen Fragen unserer Zeit: Wie definieren wir Freiheit in einer Gesellschaft, die durch den eigenen Fortschritt 24 Stunden am Tag unter totaler Überwachung steht? Wenn Überwachung ein Grundzug unserer Gesellschaft geworden ist, führt sie automatisch zu einer umfassenden, freiwilligen Konformität? Müssen wir Demokratie neu definieren, wenn die Herrschaft der Allgemeinheit längst die Kontrolle über ihre Volksvertreter verloren hat?

Schon Michel Foucault bezeichnete unser Ordnungsprinzip als wesentlich für westlich-liberale Gesellschaften, die er auch Disziplinargesellschaften nannte. Zygmunt Bauman beschreibt darauf aufbauend unsere Postmoderne als "post-panoptisch", ein Zustand ständiger Überwachung durch elektronische Signale wie Überwachungskameras, CCTV und Smartphones. Und durch die soeben erschienene Dokumentation "Citizenfour" von Laura Poitras, in der sie eindrucksvoll den ersten Kontakt zu Edward Snowden beschreibt, bevor dieser unser letztes Fünkchen Vertrauen in Regierungen und Demokratie für immer zusammenstürzen ließ, hat diese Diskussion in den Feuilletons wieder an Fahrt aufgenommen. 

Die Umsetzung auf die Theaterbühne ist dank der beeindruckenden Leistungen der vier Darsteller Fiona Metscher (gerade mit "Dantons Dilemma" für den Kölner Darstellerpreis nominiert), Christoph Röde, Jennifer Frank und Martin Hohner unglaublich gut gelungen. Auf ihrem temporeichen Parcours durch den Überwachungsstaat folgt ihnen das Publikum auf Schritt und Tritt - und damit tatsächlich zu verschiedenen Spielstätten quer durch die Katakomben des Depot Dortmunds. Es gibt jede Menge Video-Screenings und Live-Kameras à la Kay Voges, Kommentatoren begleiten die Zuschauer auf dem wahnsinnigen Ritt, Stimmen aus dem Off geben Anweisungen. Nach drei Viertel des Stücks ist auch dem Letzten im Publikum klar: Nichts ist mehr, wie es scheint. Da kommt es gerade recht, dass die vier Darsteller ihre Zuschauer zum Schnapstrinken an die Bar einladen. Entspannung macht sich breit. Ist der Spuk vorbei? Doch Sir Gabriel Dellmann haben in dieser bereits dritten Co-Produktion mit dem Depot Dortmund noch einige tragische Überraschungen parat. Willkommen in der Great Democracy Show - It´s unbelieveable!

Aktuelle postmoderne Gesellschaftsfragen und spannende wie aberwitzige Wendungen machen THE GREAT DEMOCRACY SHOW zu einem echten Theater-Happening. Nach einem gelungenen Premierenwochenende empfehlen wir dringend, die zwei noch folgenden Aufführungen am 22.11. und 23.11. im Kalender rot anzustreichen.

Termine:

04. Februar Rotunde Bochum
5. und 6. Februar Theater im Depot
6. (Köln-Premiere), 7., 8., 9. und 10. März 20h










Fotos:

(c) DW-Fotografie Daniel Wechsler

Gefördert durch das Kulturbüro der Stadt Dortmund, das NRWKultursekretariat, das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen, die Stadt Bochum, die Stiftung Kulturhauptstadt RUHR.2010, den Fonds Soziokultur, die Bezirksregierung Arnsberg und das Kulturamt der Stadt Köln.








Sonntag, 31. August 2014

I like your style #2: EWOK

Brooklyn based graffiti artist EwokOne is world-famous for his unique and outstanding letters, perfect colors & effective background styles. Since today his works have been featured in over 100 magazines and books worldwide. Being in business for more than 20 years, this 90s graffiti vandal has become a world-known illustrator whose paintings fetch anywhere in the 10s of thousands of dollars. Looking at his outstanding paintings you´ll recognize why. All photos (c) EwokOne.


























Sonntag, 29. Juni 2014

We Trust Festival in der Rotunde Bochum
Nerd, nerdiger, supergut.


8bit Gameboy Musiker, Streetart und Graffiti zum Anfassen, eine Retro Game Lounge voll mit nostalgischen Spielkonsolen und flimmernden Röhrenfernsehern. Dazu wechselnde DJ Styles, Turntablism, Kurzfilme, Lesung, Konzerte, Carrera Bahn Tunier und eine Tetris Meisterschaft. Was das erste WE TRUST Festival vergangenes Wochenende in der Bochumer Rotunde auf die Beine gestellt hat, steht ähnlichen Szene-Events in Brooklyn um nichts nach. Und so floaten wir wie der Rest der Besucher durch die Räume der Rotunde und lassen uns treiben von dieser Einzigartigkeit, gleichwohl bewusst, dass alle Ruhrgebietler dieses wunderbare Festival doch sehen müssten und es dann doch nicht mehr das Gleiche wäre. 




Chiptuner am Werk:
Melted Moon
Tag drei des Festivals. Im Hintergrund nuschelt ein Gamer Geheimtricks in sein Headmikrophon, während er einen Speedrun absolviert. "Exe" ist sein Name und Exe ist Weltmeister darin, Videospiele in wenigen Minuten durchzuspielen. Man schaut ihm gelassen zu oder lässt sich die Haare schneiden, es gibt ja sonst nicht viel zu tun. Die Streetart Künstler malen ihre Werke, ARTUR FAST ist hier, KILL THE DINOSAUR! und DZIA KRANK aus Belgien, 1/2 KALAGRAFHIK und STREET ART SHIT aus Hannover sowie STEFANIE LEVERS und das Kollektiv KNALLICH aus Münster. Die Stimmung ist nerdig und gelassen, als die ersten Chiptune Künstler mit Amiga 500 und Gameboy Sounds die Haupthalle mit crunchigen Beats fluten. Das ist nicht Bochum, kann es gar nicht sein, denkt man und floatet langsam zum nächsten Dancefloor, auf dem wahlweise Electro a la Skrillex und Kill the Noise oder feinste Hip Hop Beats von MAX GYVER und COOLMANN (5SterneDeluxe) geboten werden. 
Die Besucherzahl ist übersichtlich, aber das macht uns persönlich gar nichts. Morgen gibt´s noch einen Rapslam, eine Versteigerung der Werke und eine Tetrismeisterschaft. Das komplette 4 Tage Programm des WE TRUST Festivals gab es übrigens für schlappe 20 Euro. Was die Veranstalter WechelStromNomaden und Trust in Wax dafür alles auf die Beine gestellt haben, sucht seinesgleichen und mit der Wahl der Rotunde als Location haben sie alles richtig gemacht. Chapeau!












Montag, 3. März 2014

60ies Soul, fette Beats & Scratches:
Sitzparty Spezial feat. ALEX SOUND (Higo Mordido, Spain) @ Salon FINK


Big hugs! 
Alex Sound (Higo Mordido) von den Kanaren zu Gast bei Stuntcat im roten Salon FINK. 60ies Soul, fette Beats und Scratches. Derber geht kaum. Thanks for this night!

All photos (c) LJOE.